Bei der Sozialen Marktwirtschaft handelt es sich um ein modernes Wirtschaftssystem, dass wie die freie Marktwirtschaft vom Wettbewerb lebt. Dabei steht „sozial“ für die Ziele der gesicherten Freiheit, der sozialen Sicherheit und der sozialen Gerechtigkeit. Ludwig Erhard, der Umsetzer der Sozialen Marktwirtschaft, fasste diese unter dem Hauptziel „Wohlstand für alle“ zusammen.
Die Soziale Marktwirtschaft wurde nach dem Zweiten Weltkrieg von den Wirtschaftsprofessoren Alfred Müller-Armack und Ludwig Erhard entwickelt. Ihre Ideen gelten im Wesentlichen bis heute. Ludwig Erhard wurde nach der Gründung der Bundesrepublik Deutschland 1949 der erste Bundeswirtschaftsminister und später auch Bundeskanzler.
ALFRED AUGUST MÜLLER-ARMACK:
Alfred August Müller-Armack war ein deutscher Nationalökonom, Kultursoziologe, Urheber des Begriffs und Mitbegründer der Sozialen Marktwirtschaft.
Im Jahr 1948 ist der zweite Weltkrieg erst wenige Jahre her. Die Folgen des Krieges sind noch überall sichtbar. Der Ökonom, Alfred Müller-Armack arbeitete damals als Staatssekretär unter dem früheren Wirtschaftsminister Ludwig Erhard. Müller-Armack wollte eine Wirtschaftsordnung schaffen, in der alle Bürger von Aufschwung nach dem Krieg profitieren konnten, die Soziale Marktwirtschaft. Sie sollte Frieden & Stabilität in Deutschland sichern. Ludwig Erhard übernahm die Idee für seine Politik & machte Müller-Armack Konzept bekannt. Seitdem gilt der Begriff „Soziale Marktwirtschaft“ als der Ausdruck mit dem man das wirtschaftspolitische System in Deutschland beschreibt.
Beispiel:
Die Ungleichheit bei Einkommen messen Statistiker mit dem Gini-Koeffizienten, je höher der Gini, desto größer ist die Ungleichheit. Vor der Umverteilung liegt dieser in Deutschland bei 0,49 also etwa so hoch wie in den USA. Nach der Umverteilung durch Steuern, Renten & Sozialhilfen liegt die Einkommensungleichheit in Deutschland deutlich niedriger bei 0,29. Ein Indiz dafür, dass die soziale Marktwirtschaft ihr Versprechen erfüllt.
LUDWIG ERHARD:
Von 1949 bis 1963 war Ludwig Erhard Wirtschaftsminister. Er befürwortete den Ordoliberalismus und vertrat das Konzept einer “Sozialen Marktwirtschaft”. Mit diesem Wirtschaftsmodell, dies er 1957 in seinem Buch “Wohlstand für Alle” bekannt machte, verhalf er der BRD in den 1950er Jahren zum “Wirtschaftswunder”. Auf diese Weise wirkte Ludwig Erhard als Stabilisator für den Aufbau eines demokratisch und wirtschaftlich stabilen Staates.
Deutschlands Wirtschaftsordnung ist die soziale Marktwirtschaft. Sie wurde aus der freien Marktwirtschaft entwickelt. Damit keine zu großen sozialen Ungerechtigkeiten entstehen, greift der Staat, wo nötig, in die freie Marktwirtschaft ein. Dabei wird die Freiheit der Marktwirtschaft da eingeschränkt, wo sie unsozial ist, wo sie nur den Starken dient und den weniger Starken schadet.
Die Kernidee ist, dass eine funktionierende Wirtschaftsordnung nicht von selbst entsteht, sondern vom Staat geschaffen und gepflegt werden muss.
Die wichtigsten Elemente in der Konzeption der Sozialen Marktwirtschaft:
Die Soziale Marktwirtschaft ist kein abgeschlossenes, sondern ein offenes System. Sie kann und muss bei neuen Wertvorstellungen und Erkenntnissen überprüft und verbessert werden.
Beispiele für das Funktionieren der Sozialen Marktwirtschaft:
Sobald man im Besitz von Privateigentum in einer sozialen Marktwirtschaft ist, kann dies nicht ohne rechtliche Anordnung enteignet werden. Wer jedoch z.B. zahlungsunfähig ist oder etwas aus irgendeinem anderen Grund nicht bezahlen möchte, kann dies vom Staat gepfändet werden. Hierbei wird dann das Privateigentum der betroffenen Person gepfändet. Dies übernimmt dann meist ein Gericht bzw. der Gerichtsvollstrecker. Aber auch Inkassounternehmen, welche dann vom Staat bzw. dem Gericht beauftragt werden, können solch einen Schritt dann vollziehen.
In einer sozialen Marktwirtschaft ist außerdem rechtlich festgelegt, dass Angebot und Nachfrage den Markt regeln. Zudem herrscht eine freie Berufswahl. Jeder Arbeitnehmer kann somit seine berufliche Karriere selbst in die Hand nehmen. Die einzigen Voraussetzungen, die hier gelten könnten, wäre die schulische Laufbahn der jeweiligen Person.
Dadurch, dass in der sozialen Marktwirtschaft die soziale Absicherung von Berufstätigen Personen im Vordergrund steht, ist sie eine der besten und sichersten Wirtschaftsformen. An erste Stelle ist die verpflichtende Rentenversicherung für die Absicherung im Alter verantwortlich. Hinzu kommt noch eine Unfallversicherung, die dem Wohlstand der Personen unter die Arme greift, wenn sie aufgrund eines Unfalls nicht mehr berufstätig sein können. Eine Krankenversicherung ist für den Falle einer Krankheit verantwortlich. Sie zahlt zusagen Arztrechnungen, welche anfallen, wenn man krank wird.
Auch die soziale Absicherung von sozial geschwächten Personen z.B. durch Hartz 4 oder Wohngeld dient dem Wohlstand einer Bevölkerung. Zudem zieht sich dies hin bis zu sozial schwächeren Regionen, die Unterstützung benötigen. Durch die schwere Flutkatastrophe im Juli 2021 im Ahrtal, ist diese Region plötzlich sozial schwächer geworden und benötigt jetzt staatliche Unterstützung.
Durch Gesetze, die der Staat verabschiedet, ist der Markt gut gesichert. Er verhindert außerdem eine Kartellbildung. Dies bedeutet, dass eine Art Beschränkung für andere Marktteilnehmer gibt, um eine marktbeherrschende Position zu beziehen.
Die Konjunktur wird dadurch gesichert, dass etwaige Konjunkturschwankungen auf das minimale reduziert werden. Dies hat einen großen Vorteil, da das Wachsen der Wirtschaft gleichmäßig geschieht.
Außerdem geschieht die Zinssteuerung durch unabhängige Kreditinstitute.
Freie Marktwirtschaft:
Soziale Marktwirtschaft:
Nachteile einer freien Marktwirtschaft können nicht völlig beseitigt werden